Y-Vote 2014 – Bridging the EU democratic gap

 Ein Beitrag von Anna Isabel Ramones über die Y-Vote 2014 Konferenz in Las Palmas de Gran Canaria – 9.-13. Oktober 2013.

Im Rahmen des Y-Vote-Projekts fand nun die zweite Konferenz statt, nachdem die Kick-Off-Veranstaltung in Valladolid in Spanien ein voller Erfolg gewesen ist.

Das Thema dieser Konferenz war „Bridging the EU democratic gap“. Damit sind zweierlei Dinge gemeint. Zum einen kann die „demokratische Lücke“ für die Notwendigkeit, die demokratischen und Entscheidungsfindungsprozesse innerhalb der EU zu stärken, stehen. Zum anderen zeigt die „demokratische Lücke“ die Distanz zwischen den EU-Regionen und den Entscheidungsträgern in Brüssel.

Der Ort der Veranstaltung, Las Palmas auf Gran Canaria, war nicht zufällig gewählt. Die Kanaren sind eine der geographisch gesehen am weitesten vom Kontinent entfernten EU-Regionen, so dass es dort besonders wichtig ist, die Verbindungen zum Festland zu stärken.

Die Konferenz startete am 9.Oktober mit einer Einführung in das Thema und natürlich dem gegenseitigen Kennenlernen. Es waren 21 Teilnehmer dort, aus Ungarn, Polen, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Spanien, Griechenland, Italien, Tschechien und Belgien, außerdem noch AEGEE-Las Palmas, die Organizer des Y-Vote-Projekts und Teile des European Boards.

Am 10.Oktober ging es los mit einer Pressekonferenz zum Thema „Future of Europe“. Die Teilnehmer der Konferenz setzten sich zusammen aus einer Vertreterin von „europe direct“, einem Vertreter von „European Movement of the Canaries Islands“, dem Präsidenten von AEGEE-Europe, und den beiden Hauptorganisatorinnen des Y-Vote-Projekts. Es wurde herausgestellt, dass die europäische Union einen großen Einfluss auf den Alltag eines jeden einzelnen Bürgers hat und darauf hingewiesen, dass bei den Wahlen 2014 erstmals der Präsident des europäischen Rates in Abhängigkeit von den Wahlergebnissen für das europäische Parlament bestimmt wird. Alle waren sich darüber einig, dass Europa ein Prozess ist, der auf jeden Fall weiter verfolgt werden soll und dass es vor allem einen Wandel in den Medien geben muss.

Workshops und Diskussionen zum Thema "Europawahl 2014"

Workshops und Diskussionen zum Thema “Europawahl 2014”

Der Rest des Tages war angefüllt mit Workshops zu den Europaparlamentswahlen und dem Thema der Konferenz „The EU Democratic Gap“, bis dann abends der Präsidiert Gran Canarias, José Miguel Bravo de Laguna Bermudéz kam. Er erzählte über die geschichtliche Entwicklung und die heutige Politik Gran Canarias und beantwortete Fragen. Es war sehr interessant einen Einblick in die dortige Lokalpolitik zu bekommen und den Präsidenten kennenzulernen, der auch schon Mitglied des spanischen Parlaments gewesen ist.

Der 11.Oktober war dann der Tag, an dem an der „Youth Agenda“ gearbeitet wurde. Es wurden die in der EU bestehenden Probleme zum Thema „EU Democratic Gap“ in der großen Runde zusammengestellt und in Kleingruppen wurde dann versucht, Lösungen für diese zu finden. Einige der gesammelten Probleme sind hier mit den dazu gefundenen Lösungsvorschlägen dargestellt.

  • das Fehlen einer gemeinsamen Sprache: Fremdsprachunterricht in den Schulen soll intensiviert werden und es sollen kostenlose Sprachlernprogramme für die ganze Bevölkerung eingerichtet werden. Außerdem sollen Austauschprogramme gefördert werden, auch schon in Schulen und auch für Nicht-Studenten
  • ein allgemeines Misstrauen in europäische Institutionen, der Mangel an europäischen Medien und die Komplexität der EU-Strukturen: es soll eine EU-Miniserie geben, die in kurzen und witzigen Episoden darüber berichtet, was in der EU passiert, außerdem sollen die Kandidaten für das europäische Parlament mehr als Personen wahrnehmbar sein und es soll kurze TV-Werbespots geben, in denen erklärt wird, warum die EU auch im Alltag wichtig ist
  • das Fehlen einer europäischen „Long-Term Vision“: es soll eine Diskussion darüber angeregt werden, wo die EU hinführen soll, außerdem soll versucht werden, europäisch zu denken, angefangen bei den Mitgliedern des europäischen Parlaments
  • das Problem, dass bei den Wahlkämpfen für das EU-Parlament oft nur nationale Themen angesprochen werden oder diese Wahlen sogar nur als Stimmungsbild der nationalen Politik angesehen werden: Die Wahllisten sollen über nationale Grenzen hinaus geöffnet werden, so dass man für Personen und europäische Parteien wählt und nicht nationale Parteien
  • wirtschaftliche und kulturelle Differenzen innerhalb der EU: in den Schulen im Lehrplan sollen „europäische Studien“ für alle Altersklassen fest verankert sein. Außerdem soll es einen europaweiten kostenlosen Fernsehkanal geben, der von den unterschiedlichen Regionen berichtet.

Diese Vorschläge werden in einem Dokument zusammen mit den Vorschlägen aus den anderen neun Y-Vote-Konferenzen gesammelt, der „Youth-Agenda“ welche dann den Kandidaten für das europäische Parlament vorgelgt werden.

Am Abend dieses arbeitsreichen Tages bekamen wir Besuch von Beatriz Talegon, einer jungen Politikerin, die zurzeit allgemeine Geschäftsfüherin von IUSY („International Union of Socialist Youth“) ist, eine der größten politischen Jugendorganisationen mit weltweit 8 Millionen Mitgliedern. Sie sprach mit uns darüber, wie wichtig es sit, dass wir in politische Parteien eintreten, denn selbst Politiker zu werden sei der einzige Weg etwas zu verändern. Wir sollten auch Druck auf Parteien ausüben, vor allem auch auf die Opposition, denn wir müssen Parteien als Werkzeug nutzen, um etwas zu verändern. Sie sagte, dass Demokratie ein Prozess sei, der Schritt für Schritt vorangetrieben werden muss.

Der 12.Oktober fing an mit einer Podiumsdiskussion mit Beatriz Talegon, Maria Padron, einer Abgeordneten des Parlaments der kanarischen Inseln und Juan Fernando Lopez Aguilar, einem Abgeordneten des europäischen Parlaments (MEP). Moderiert wurde die Diskussion von Luis, dem Präsidenten von AEGEE-Europe. Im Großen und Ganzen waren sich alle darüber einig, dass junge Menschen jetzt aktiv werden müssen, wenn sie etwas ändern wollen. Nationalismus ist keine Antwort auf die bestehenden Probleme und Europa-Skepsis muss mit Hilfe von besserer Wissensvermittlung bekämpft werden.

yv

Nach dem Mittagessen wurde dann auf der Strandpromenade von Las Palmas ein Flashmob aufgeführt mit großer Unterstützung von zwei AEGEE-Aachen Eisbären und danach wurden Flyer und Luftballons an Bürger und Touristen verteilt, um diese dazu aufzufordern im Mai wählen zu gehen. Dabei musste man auch öfter Überzeugungsarbeit leisten und versuchen, die Motivation, die diese Konferenz in uns allen geweckt hatte, an die Bevölkerung weiter zu vermitteln.

Am Abend fand dann noch eine sehr schöne European Night mit typischem Essen und Getränken aus allen Ländern und vielen lustigen Spielen und Tänzen statt. Diese klang dann in den Morgenstunden am Strand aus und es gab einen sehr herzlichen Abschied von allen Teilnehmern, die man in 4 Tagen doch sehr ins Herz geschlossen hatte.

Am Sonntag reisten dann zwei müde aber sehr motivierte Eisbären zurück ins kalte Aachen.

Die Teilnehmer der Y-Vote Konferenz

Die Teilnehmer der Y-Vote Konferenz

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