Weihnachtsfeier

Die diesjährige Weihnachtsfeier war ein voller Erfolg! Es gab Massen an Essen, Glühwein, Bilder des Jahres, es wurde gewichtelt.. Und mehr!

Ausserdem gab es dieses Mal Geschichten mit dem Thema “Mein bestes AEGEE-Erlebnis”:

Ich hatte die mit Abstand stressigsten Wochen des Jahres in diesem Juli: Ein Praktikum mit Bericht musste für die Uni absolviert werden, die Erasmus-Arbeit sollte am Laufen gehalten werden, der Key to Aachen musste fertig werden. Zudem hatte ich noch drei spanische Freunde zu Besuch, denen ich ebenfalls ein gutes Unterhaltungsprogramm bieten wollte. Achja und die Summer University gab es ja auch noch. Ich war Deutschlehrer und Maren saß mir im Nacken, was noch alles vorbereitet werden müsse. Kein Grund zur Sorge, Organisation heißt der Schlüssel: Praktikumsbericht und Erasmusarbeit kamen zwar etwas kurz, aber wurden mit links erledigt Also bin ich kurzerhand mit den Spaniern nach Osnabrück gefahren, wo wir alle bei einer Erasmus-Freundin (&und Deutschlehrerin der SU, Tabea) übernachten durften. Im Zug habe ich mich dann woanders hingesetzt und habe den Key to Aachen zu Ende überarbeitet und – in Osna angekommen – abgeschickt. Dann einen super Abend mit den Spaniern und Tabea verbracht, ehe dann time to say Good Bye für die Spanier und Deutschkursvorbereitung mit Tabea am nächsten Tag anstanden. Am Nachmittag sind wir dann zur SU gestoßen. Die anfangs noch etwas fremdelnde Stimmung hat sich schnell aufgelöst und ich habe die Teilnehmer innerhalb der zwei Wochen sehr intensiv kennengelernt, da man beinahe 24/7 miteinander verbracht hat. Nachdem alles so gut geklappt hatte bis dahin, war ich auch selbstsicher genug für den Deutschkurs, der extrem viel Spaß gemacht hat, genauso wie auch die übrigen Veranstaltungen, die zwar teilweise chaotisch geplant waren, aber im Endeffekt dank der tollen Organizer und Helfer fast durchweg funktioniert haben, sowohl in Osnabrück als auch in Aachen. Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich zum Teil noch immer in Kontakt stehe. Gekrönt wurde das gesamte Event von vielen tollen Parties (extra zu nennen definitiv die European Night und die Abschlussparty) und Workshops, bei denen man vieles Neues ausprobiert und gelernt hat. Während dieser zwei Wochen habe ich völlig vergessen, wie sich schlechte Laune anfühlt. Der vorherige Stress war einfach so verflogen. Außerdem habe ich zum ersten Mal das erlebt, was Kostas den “AEGEE-Vibe” bezeichnet (vgl. Agora-Bericht!).

Ich möchte euch eine Geschichte erzählen, die sich so oder ähnlich vor einigen Jahren zugetragen haben soll. Gerüchteweise ist diese Geschichte nicht ganz unbekannt, aber das soll ihren Gehalt nicht schmälern.
Die Geschichte handelt von einem Mädchen und trägt sich, wie die besten unter den kitschigen Geschichten, an Weihnachten zu.
Das Mädchen, von dem ich euch erzählen möchte, war kein besonders interessantes Menschenkind. Es führte ein normales Leben, mit normalen Freunden und normalen Interessen. Okay, genau genommen recht wenigen Interessen. Und ganz streng genommen muss man vielleicht auch erwähnen, dass die Freunde eher nicht so spannend und fast alles Physiker waren. Aber ich schweife ab.
Es war dann um die Weihnachtszeit, dass das Mädchen gelangweilt zu Hause saß. Ihm fiel die Langeweile nur gar nicht mehr auf, da ihm schon gar nicht mehr bewusst war, dass in seinem Leben etwas fehlen könnte. Da erschien dem Mädchen ein Geist. Es war der Geist der Vergangenheit.
Der Geist (ein lustiger Zeitgenosse wie ich erwähnen möchte und eindeutig mazedonischer Herkunft) machte dem Mädchen klar, dass es in den letzten Jahres nichts von der Welt gesehen hatte. Außer der Eifel. Und die zählt nicht. Das Mädchen wunderte sich, was das sollte.
Gleich darauf erschien aber schon der Geist der Gegenwart. Es war ein netter Geist, der sich als als Halb-Südamerikanerin vorstellte und dem Mädchen zeigte, was es gerade verpasste. Es wurde zu einem Ort gebracht, wo viele Menschen zusammen saßen, tranken, lachten und über Reisen sprachen. Außerdem wurde gerade ein Kekskönig gewählt. Lustige Truppe.
Das brachte das Mädchen zum Nachdenken, aber schon kam der Geist der Zukunft. Ein ziemlich pragmatischer Bursche, der nicht viel davon hielt, dem Mädchen zu zeigen, wie es einsam sterben würde und ihm stattdessen eine wünschenswerte Zukunft ausmalte: viele junge Menschen, Reisen, internationales Flair und vor allem: European Nights!
Das Mädchen war begeistert! Was konnte es tolleres geben, als solche Aussichten? Und fortan war das Mädchen eines von vielen wunderglücklichen Menschen von AEGEE-Aachen. Sie lebten glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken sie jetzt gerade immer noch Glühwein.

20:00h an einem Montag. Ich bin nüchtern. „Hey, seid ihr von AEGEE? Ich hab gesehen, dass ihr noch Erasmustutoren sucht.“ – „Hi, ja das ist richtig! Hast du mir eine Mail geschrieben?“ – „Nee, habe ich nicht.“ – „Hast du irgendwie anders Bescheid gesagt?“ – „Sorry, bin ich leider nicht zu gekommen“. Leo strahlt, wie er so strahlen kann. „Super! Dann herzlich willkommen. Setz dich zu uns!“

23:00h an einem Mittwoch. Ich bin nüchtern. Wir sind dabei uns zu verabschieden. Das Treffen lief konstruktiv. Wir stimmen alle zu: „Leute, das war ein super Treffen. Ich bin sicher, wir bilden ein richtig gutes Team. Die Fahrt wird der Hammer!“

23:50h an einem Sonntag. Die Bude ist krachend voll. Tape klebt an den Wänden, Wein auf dem Boden und wir tanzen zu dritt auf einem Stuhl. Ist die Party gut? – Ich bin besiffen. So gut ist es.

22:00h an einem Mittwoch. Ich bin deutlich angetrunken. Ich hole noch schnell was aus meinem Koffer, bevor er im Gepäckraum verschwindet. „Was? Du hast 5 Flaschen Wein eingepackt?“ Auf die Sitze verteilt stoßen wir mit Plastikbechern an und freuen uns auf eine legendäre Tour.

23:00h an einem Sonntag. Ich bin nüchtern. Jeder ist müde und schnappt sich seine Sachen. Raststättenessen macht fertig. Ich kriege eine Umarmung und gesagt: „The trip was awesome. Thank you so much. When do you plan to do the next one?“

Irgendwann nachts an irgendeinem Tag. Ich bin völlig besoffen. Ich hab euch alle tierisch lieb. Ich check endlich, wie das Flaggenspiel funktioniert. Ich trinke Sebastians Cocktail komplett aus und vergesse am nächsten Tag, dass ich mich eine halbe Stunde mit Eric unterhalten habe. Jemand reicht mir ein Bier. Wir lachen und tanzen viel und ich torkele strahlend ins Taxi.

Irgendwann nachts nach einem Sonntag. Ich bin leider zu betrunken und weine im Schoß eines Eisbären. „Scheiße!“ denke ich nur. So war das nicht geplant. Der Eisbär redet mir gut zu und bringt mich nach hause. Glück gehabt.

2:00h nach einem Montag Abend. Ich hab nur ein Bier getrunken. Der Abend war sehr lang. Ich bin endlich im Bett und schau müde auf mein Handy: „Du bist in den Vorstand gewählt worden!“ Ich fühle mich so geehrt und schlafe strahlend ein.

Unzählige Worte, Taten und Gesten sind mir bei AEGEE begegnet, die mich immer wieder haben strahlen lassen. Und seien sie noch so winzig – wie das wortlose Angebot einer Zigarette, das Bier, das einem in die Hand gedrückt wird oder die herzliche Umarmung.

Worte können einen beglücken. AEGEE-Worte noch mehr.

„Want some nuts?“